Natur erleben im europäischen Schutzgebiet "Großes Torfmoor"

moortalk - mehr übers Moor reden

Eine naturkundliche Moorführung bringt Licht in das Dunkel und Unbekannte des Moores, zeigt die eindrucksvolle Pflanzen- und Tierwelt und gibt Ihnen Antworten auf viele Fragen:

Was ist ein Hochmoor und wie ist es entstanden? Welche hochmoortypischen Pflanzengesellschaften haben sich hier entwickelt? Welche Tiere sind in diesem Biotop beheimatet? Wie wurde das Moor früher - wie wird es heute genutzt? Welche Bedeutung hat das Große Torfmoor heute? Wodurch wird es bedroht und welche Maßnahmen werden dagegen ergriffen?

Gruppen können ganzjährig eine Moorführung

  • mit Frau Blanke (Tel. 0571/4044-249) oder Frau Tegeler (Tel. 0571/4044-267) von der Gemeinde Hille
  • über das NABU-Besucherzentrum Moorhus, Frotheimer Straße 57a, 32312 Lübbecke, Tel. 05741 2409505 vereinbaren.

Treffpunkt für Moorführungen der Gemeinde Hille ist der Parkplatz "P3" am Nordturm                                       (für Navi bitte Moorbadstraße 2, 32312 Lübbecke eingeben).     

 

Presse/Veröffentlichungen

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aus dem Westfalen-Blatt Lübbecke vom 3. September 2012 

Wanderung durchs Moor  - 100 Gäste folgen dem Aufruf des Landrats –

Großes Interesse am Erlebniszentrum Hermann Nagel (rechts) zeigt dem Landrat das Ausstellungskonzept des Moorhus. Hinten sind die Ausstellungswände zu sehen.

Moorführer Rainer Eschedor (Mitte) erklärt Bürgermeister Eckhard Witte die Bedeutung des Moores für die Pflanzen- und Tierwelt. Landrat Dr. Ralf Niermann (rechts) hatte zu dem Wandertag eingeladen. Mehr als 100 Gäste kamen. Fotos: Christian Busse

Montag, 03. September 2012 - 01:49 Uhr Von Christian Busse Lübbecke (WB). Das Große Torfmoor beherbergt eine Vielzahl seltener, teils vom Aussterben bedrohter Tier- und Pflanzenarten. Doch dem Torfmoor selbst geht es nicht besonders gut. Das wurde auf einer Wanderung mit Bürgermeister Eckhard Witte und Landrat Dr. Ralf Niermann deutlich. Moorführer Rainer Eschedor beschreibt die Situation des Torfmoors so: »Wir haben es in den letzten Jahren geschafft, dass das Große Torfmoor von den Intensivstation eines Krankenhauses auf die normale Pflegestation verlegt werden konnte. Jetzt hoffen wir, dass die Selbstheilungskräfte greifen und der Patient irgendwann einmal entlassen werden kann.« Besonders der niedrige Wasserstand ist ein Problem für das Moor. Die Moorpflanzen können nur bei einem hohen Wasserspiegel leben. Sinkt er entweder durch Entwässerungen oder Austrocknung, sterben die wichtigen Torfmoose ab. »An jedem Sonnentag, weint das Moor«, erklärt Moorführer Eschedor den etwa 100 Gästen, die der Einladung des Landrates gefolgt waren und eine sieben Kilometer lange Wanderung durch das Lübbecker Naturschutzgebiet mit europäischer Bedeutung gemacht haben. Im Vorfeld konnten die Gäste die Fortschritte beim Bau des Moorhus des Nabu bewundern. Hermann Nagel hat für die Gäste erstmals die Tore des neuen Moor-Erlebniszentrums geöffnet. Zwar steht der Rohbau schon seit einiger Zeit, doch der Innenausbau braucht noch einige Zeit. Die Besucher konnten dennoch die Ausstellungswände sehen und erahnen, wie die Ausstellung einmal aussehen soll. Landrat Dr. Ralf Niermann zeigte sich beeindruckt von der Größe des Gebäudes. »Wenn man hier so drin steht, das erschein riesig«, sagte Niermann. Hermann Nagel, der den Bau organisiert, erklärte den Gästen das Konzept der Ausstellung. So wird neben einem Torfmodell auch eine Moorleiche zu sehen sein. Auf durchsichtigen Glasscheiben wird die Pflanzenwelt des Moores auf Überlebensgröße gezeigt und erklärt. Der Nabu hofft, dass das Moorhus im Frühjahr 2013 eröffnet werden kann. Zur Zeit laufen die Ausschreibungen für den kompletten Innenausbau. Auf der Wanderung durch das Moor sorgte die Sparkasse Minden-Lübbecke für die Verpflegung. Zwetschgenkuchen und Kaffee hatte die Sparkasse für die Wanderer bereitgestellt. Und weil die Tour durchs Moor auch über das Gebiet der Gemeinde Hille führt, hatte der Bürgermeister bei Überquerung der Grenze ein besonderes Gastgeschenk für jeden: einen Hiller Moorbrand.

Wasserspeicher und Klimaschützer

Vortrag von Moorführer Rainer Eschedor Anfang März

 

Hille (mt/GB). Die Gemeinde Hille lädt in Zusammenarbeit mit dem Heimat- und Gartenbauverein Hille zu dem Vortrag "Das Große Torfmoor - als wichtiges Ökosystem begreifen" ein.
Der Vortrag findet am Mittwoch, 7. März, um 19.30 Uhr in der alten Brennerei Meyer in Hille statt.
Referent ist Rainer Eschedor, Moorführer und Beauftragter für den Landschaftsschutz im Großen Torfmoor.

Das Naturschutzgebiet Großes Torfmoor - ein beliebtes Ziel für Spaziergänger, Fahrradfahrer und Sporttreibende - besitzt in der dicht besiedelten Kulturlandschaft als Feucht- und Fluchtbiotop besonders hohen Stellenwert für bedrohte Pflanzen und Tiere. Darüber hinaus gewinnen Moore in Zeiten der rasant fortschreitenden Erderwärmung immer größere Bedeutung für den Klimaschutz.

Gesunde Moore speichern nicht nur in erheblichem Maß Regenwasser, sondern auch das gefährliche Treibhausgas Kohlendioxid.

Rainer Eschedor thematisiert die wichtigen ökologischen Funktionen von Mooren als Wasserspeicher, Klimaschützer und Lebensraum für einzigartige Pflanzen und Tiere. Er erläutert den Wandel in der Nutzung des Moores vom Ödland zum Naturschutzgebiet und zeigt die Maßnahmen zum Schutz der seltenen Landschaftsform auf.

Telefonische Anmeldungen oder auch per E-Mail werden von Annegret Blanke, (0571) 4044-249, a.blanke@hille.de oder Sabine Tegeler, (0571) 4044-267, s.tegeler@hille.de entgegengenommen.

Die Teilnahme an dem Vortrag ist kostenlos.
Dokumenten Information
Copyright © Mindener Tageblatt 2012
Dokument erstellt am 18.01.2012 um 01:15:51 Uhr

Auszug aus dem Hiller Anzeiger Ausgabe 47 Dezember 2011

Der Kindergarten „Purzelbaum“ in Eickhorst, der von einer Elterninitiative getragen
wird, blickt auf ein überaus erfolgreiches Jahr zurück. ....  Doch auch für die Väter gab es im Jahr
2011 eine besondere Aktion: Ein Ausflug der Kinder mit ihren Vätern, dem Moorführer Rainer Eschedor aus Unterlübbe und den Erzieherinnen ins Große Torfmoor, das Hiller Moor. Lupen, Decken und Ferngläser waren die wichtigsten Utensilien, die mitgenommen werden mussten. Unter der fachkundigen Begleitung
durch Rainer Eschedor vom Hiller Heimat- und Gartenbauverein erforschten die Kinder der Regenbogen-gruppe diese einzigartige Landschaft zwischen Hille und Nettelstedt, erfuhren viel über die moortypischen Pflanzen und Tiere. In Becherlupen wurden Torfmoose und der Moorboden betrachtet und untersucht. Dabei entdeckten sie abgestorbene Pflanzenreste. Ganz mutige probierten das Moorwasser und stellten fest, dass es so sauer ist wie Zitronensaft.
Die Vier- bis sechsjährigen lauschten auch Vogelstimmen in der Natur oder von CD und ordneten sie mit Hilfe des Moorführers den zum Teil in ihrem Bestand bedrohten Vogelarten zu. „Den großen Brachvogel, Bekassine und den Kiebitz haben wir gehört“, so ein Vater, „und Gänse und Enten mit dem Fernglas
beobachtet.“
An der Matschkuhle sollte ein gemeinsames Picknick eingenommen werden. Während die Väter alles vorbereiteten nahmen die Kinder die Matschkuhle in Beschlag. Sie dachten nicht an essen und trinken, sondern genossen es durch den breiigen Matsch zu waten. Fast alle Kinder trauten sich in die Matschkuhle, während die Väter und Erzieherinnen sich zierten und Strümpfe und Schuhe an ließen.
Nach dieser erlebnisreichen Picknickpause ging es zur Torfstichkuhle, wo Rainer Eschedor von der schweren Arbeit des Torfstechens berichtete, die die Groß- und Urgroßeltern der Kinder zum Teil noch
hautnah erlebten; wurde doch bis in die 50er und 60er Jahre des vergangenen Jahrhunderts Torf gestochen und getrocknet, um hauptsächlich als Heizmaterial, aber auch als Einstreu für die Viehställe zu dienen. Auch in die Schule – hörten die interessierten Kinder – mussten die Schulkinder jeden Tag ein Stück Torf zur Beheizung des Klassenraumes mitbringen. Als ein Kind einen Bagger mitten im Moor entdeckte, erläuterte der Fachmann, dass auch heute noch für medizinische Zwecke als Heilmittel, geringe Mengen
Torf unter ganz genau geregelten Auflagen aus dem Moor entnommen werden. Bekannt sind Moorbäder und -packungen, die verschiedene Leiden lindern können.
Auch für den nächsten Sommer ist wieder eine Entdeckungstour ins Moor geplant, da der Ausflug für Väter und Kinder so interessant und spannend war.

Auf Streifzug durch das Moor

Landschaftswächter Rainer Eschedor referiert über Flora und Fauna 
Lübbecke. Mit Fernglas, Kamera, Allwetterjacke und Rucksack ausgerüstet finden sich an einem kühlen Morgen rund 25 Naturfreunde am Nettelstedter Aussichtsturm am Großen Torfmoor ein. Rainer Eschedor wirft noch einmal einen Blick auf die Karte, setzt einen Lederhut auf und beginnt seinen Exkurs durch das heimische Naturschutzgebiet.
Mit dem Moor haben die Lübbecker ein riesiges Biotop mit zahlreichen vom Aussterben bedrohter Vogelarten, Pflanzensorten und einer geschichtsträchtigen Vergangenheit direkt vor der Haustür. Seit 2005 führt Rainer Eschedor Hobby-Vogelkundler, Schulklassen und Neugierige durch „sein“ Reich. Eschedor ist Moorführer und ehrenamtlicher Landschaftswächter des Kreises Minden-Lübbecke – und weiß über Flora und Fauna des 550 Hektar großen Feuchtgebiets bestens Bescheid.
Den Titel „Naturschutzgebiet“ trägt das Moor noch gar nicht lange, vor vierzig Jahren diente es noch als Entsorgungsort für Klärschlamm. „Moore sind im Grunde wirtschaftlich unnütze Flächen. Unfruchtbar, da zu sauer, und schwer zu bebauen“, sagt Rainer Eschedor, während er der Gruppe voranschreitet. Erst seit 1981 gebe es Naturschutzprogramme, nachdem Hobby-Naturkundler auf den Missstand aufmerksam machten. Das Torfstechen ist seitdem nicht mehr erlaubt.
Typisch für die Jahreszeit sind die weiten Areale, die von unzähligen weißen Wattebauschen übersät sind – das in der Frucht stehende Wollgras. „Oft wird das weiße Knäuel am Ende des Stängels für die Blüte gehalten. Es ist aber die Frucht“, erklärt Rainer Eschedor.
Plötzlich hebt der Hiller die Hand und zückt sein Fernglas. „Dort drüben ist ein Kranich-Nest“, sagt er leise. Tatsächlich: In rund 300 Metern Entfernung recken zwei Kranich-Junge ihre Hälse über das hohe Gras. Besonders begeistert zeigt sich Reinhard Dahl. „Wenn ich in den Urlaub fahre, steht die Natur immer im Mittelpunkt“, sagt der Hobby-Vogelkundler aus Espelkamp. „Mit der Zeit schult sich der Blick für die Tiere. So erkennt man sie sogar in weiter Ferne.“ Zur Hauptbrütezeit sind über 50 Vogelarten, darunter sogar Kormorane, zu hören und zu entdecken.
Ebenso vielfältig ist die Flora. Neben Wollgras, Glockenheide, und fleischfressenden Pflanzen wie dem Sonnentau findet sich auch Rosmarinheide. „Sie ähnelt dem Lavendel, ist aber giftig, also Vorsicht“, warnt der Moorführer. „Die Architekten des Moors finden sich hier überall“, sagt Eschedor, beugt sich über ein kleines Gewässer und fischt eine kleine Pflanze heraus. „Die Torfmoose sind mit 13 Arten vertreten und wachsen immer weiter der Sonne entgegen, während sie unten absterben.“ So vergrößert sich das Moor um etwa einen Millimeter pro Jahr. Im Laufe von etwa 12.000 Jahren entstand so das Hochmoor. Dämme sollen die Gewässer zusammenhalten. Die Schafe, „Moorschnucken“ genannt, fressen die Baumtriebe, damit das Gelände weiter besteht.
Am Ende der Führung bietet das Moor selbst die nötige Erholung. Ein abgestecktes Areal lädt ein, barfuß durch den Schlamm zu waten. „Dies wird oft in Heilbädern angeboten, hier ist es gratis“, sagt Eschedor, krempelt die Hose hoch und wagt sich in die Torfmulde. Für heute ist die Führung beendet.

Weitere Infos und Termine unter: www.moortalk.de



Heilbadcharakter: Eine abgesteckte Mulde lädt zum Waten durch den Torfschlamm ein – Rainer Eschedor macht es vor.


Naturbursche: Rainer Eschedor hielt mit seiner Gruppe oft am Wegesrand und wies auf interessante Details hin. Seine Kleidung ist typisch für Landschaftswächter.
TEXT UND FOTOS (2): THOMAS MERTEN

INFO
Ökologisch wertvoll
Der Naturschutzbund Deutschland e. V. (Nabu) rät davon ab, Blumenerde zu kaufen, die Torf beinhaltet. Stattdessen sollte ökologisch gegärtnert und auf Kompost zurückgegriffen werden.
Für einen Meter Torf braucht es bis zu 1.000 Jahre.
Der Torf-Abbau gefährdet die Lebensräume seltener Tierarten.
Obwohl Moore nur drei Prozent der Erdlandfläche bedecken, binden sie doppelt so viel Kohlenstoff wie alle Wälder der Welt zusammen.
Die Wasserspeicherung durch Torf ist auch mit Ersatzprodukten möglich. ™
Quelle: Neue Westfälische Lübbecke vom 1. Juni 2011

Natur erkunden im Großen Torfmoor
Biologische Station und Kreis Minden-Lübbecke laden zu einer Führung nach Nettelstedt ein



Wieder da: Auch der Kranich brütet seit einigen Jahren wieder im Großen Torfmoor. | FOTO: MARIO MÜLLER/PICLEAS

Lübbecke-Nettelstedt (nw). Die Biologische Station Minden-Lübbecke und der Kreis Minden-Lübbecke laden ein zu einem naturkundlichen Rundgang durch das Große Torfmoor. Sowohl die einmalige Tier- und Pflanzenwelt des Gebietes als auch dessen Entstehung und vergangene menschliche Nutzungsformen behandelt eine Exkursion unter Leitung von Moorführer Rainer Eschedor am kommenden Sonntag.

Das Große Torfmoor beherbergt mit seinen erhaltenen und wiederhergestellten Hochmoor-Lebensräumen viele gefährdete Tier- und Pflanzenarten. Neben etlichen Vögeln finden auch viele Insekten, die auf das Hochmoor angewiesen sind, geeignete Lebensstätten. So zum Beispiel Libellen, Schmetterlinge und Käfer.
Das durch den Nabu-Kreisverband Minden-Lübbecke initiierte Life-Projekt hat entscheidende Regenerationsmaßnahmen zur Aufwertung und langfristigen Sicherung des Großen Torfmoores geliefert. Auch diese werden auf der Exkursion vorgestellt und es wird den Teilnehmern vermittelt, wieso zum Beispiel etliche Baum- und Gehölzbestände weichen mussten.
Details sind dem Veranstaltungsprogramm (bei der Biologischen Station sowie an vielen öffentlichen Stellen oder im Internet unter www.biostation-ml.de zu entnehmen.
Treffpunkt ist am Sonntag, 29. Mai 2011 um 9.30 Uhr auf dem Parkplatz am südlichen Beobachtungsturm am Moorweg in Nettelstedt. Die Exkursion dauert etwa zweieinhalb Stunden. Für die Teilnahme am Rundgang entsteht ein Kostenbeitrag von 5 Euro. Um eine Anmeldung unter Tel. (0 57 04) 1 67 76 80 wird gebeten.

Wasserspeicher und wichtiger Lebensraum
Moorführer Rainer Eschedor hält Vortrag über Naturschutzgebiet Großes Torfmoor

Hille (mt/GB). Die Gemeinde Hille lädt am Mittwoch, 2. März, zu dem Vortrag "Das Große Torfmoor als wichtiges Ökosystem begreifen" ein.



     

Moore sind wichtig für den Klimaschutz. | Foto: Rainer Eschedor/pr

Beginn ist um 19.30 Uhr im großen Sitzungssaal im Rathaus. Referent ist Rainer Eschedor, Moorführer und Beauftragter für den Landschaftsschutz im Großen Torfmoor.

Das Naturschutzgebiet Großes Torfmoor ist ein beliebtes Ziel für Spaziergänger, Fahrradfahrer und Sporttreibende und besitzt in der dicht besiedelten Kulturlandschaft als Feucht- und Fluchtbiotop einen besonders hohen Stellenwert für bedrohte Pflanzen und Tiere.
Darüber hinaus gewinnen Moore in Zeiten rasant fortschreitender Erderwärmung immer größere Bedeutung für den Klimaschutz. Gesunde Moore speichern nicht nur in erheblichem Maß Regenwasser, sondern auch das gefährliche Treibhausgas Kohlendioxid.

Der Referent thematisiert die wichtigen ökologischen Funktionen von Mooren als Wasserspeicher, Klimaschützer und Lebensraum für einzigartige Pflanzen und Tiere. Er erläutert den Wandel in der Nutzung des Moores vom Ödland zum Naturschutzgebiet und zeigt die Maßnahmen zum Schutz der seltenen Landschaftsform auf.

Anmeldungen bis zum 28. Februar bei Annegret Blanke oder Sabine Tegeler, Telefon 0571 / 4044-249 oder -267. Der Vortrag ist kostenlos.

Dokumenten Information
Copyright © Mindener Tageblatt 2011
Dokument erstellt am 21.01.2011 um 21:35:51 Uhr

Lebensraum für seltene Tiere
Rainer Eschedor führt am Sonntag durch das Große Torfmoor
Lübbecke (nw/nb). Die Biologische Station Minden-Lübbecke und der Kreis laden für kommenden Sonntag, 22. August, zu einem naturkundlichen Rundgang durch das Große Torfmoor ein. Treffpunkt ist um 9.30 Uhr auf dem Parkplatz am südlichen Beobachtungsturm am Moorweg in Nettelstedt. Die Exkursion unter der Leitung von Moorführer Rainer Eschedor umfasst sowohl die Tier- und Pflanzenwelt des Gebietes als auch dessen Entstehung. Rainer Eschedor erklärt auch, auf welche verschiedenen Weisen das Moor in der Vergangenheit von den Menschen genutzt worden ist. Das Große Torfmoor beherbergt mit seinen erhaltenen und wiederhergestellten Hochmoor-Lebensräumen viele gefährdete Tier- und Pflanzenarten. Neben etlichen Vögeln finden auch viele Insekten wie Libellen, Schmetterlinge und Käfer, die auf das Hochmoor angewiesen sind, geeignete Lebensstätten. Das durch den NABU Kreisverband Minden-Lübbecke initiierte „LIFEProjekt“ hat entscheidende Regenerationsmaßnahmen zur Aufwertung und langfristigen Sicherung des Großen Torfmoores geliefert. Auch diese werden auf der Exkursion vorgestellt. Der Moorführer erzählt den Teilnehmern auch, wieso zum Beispiel etliche Baum- und Gehölzbestände weichen mussten. Die Exkursionsdauer beträgt etwa zweieinhalb Stunden. Der Kostenbeitrag beträgt 5 Euro. Um eine Anmeldung unter Tel. (0 57 04)1 67 76 80 wird gebeten. Details zu den Veranstaltungen sind dem Veranstaltungsprogramm (bei der Biologischen Station sowie an vielen öffentlichen Stellen oder im Internet unter www.biostation-ml.de ) zu entnehmen.

Naturerlebnis: Am Sonntag kann das Große Torfmoor während einer zweistündigen Exkursion kennen gelernt werden. ARCHIVFOTO: TYLER LARKIN

So entstand das Torfmoor
Vor etwa 11.000 Jahren bildete die Weser im Bereich des heutigen Moores einen Rinnensee. Die Weser wurde durch Gletscher daran gehindert, wie heute einen nördlichen Verlauf zu nehmen, und verlief nördlich des Wiehengebirges in westlicher Richtung. Als die Gletscher schmolzen und die Weser wieder nordwärts floss, verlandete der Rinnensee und wurde ein Moor.
Quelle: Neue Westfälische Lübbecke vom 19. August 2010

Naturschatz vor der Tür
Kostenloser Vortrag über Großes Torfmoor

Hille-Hartum (mt). Die Gemeinde Hille lädt am Donnerstag, 25. Februar, zu dem Vortrag "Das Große Torfmoor - Naturschatz vor unserer Haustür" ein. Beginn ist um 19.30 Uhr im großen Sitzungssaal im Rathaus. Referent ist Rainer Eschedor, Moorführer und Beauftragter für den Landschaftsschutz im Großen Torfmoor. Das Naturschutzgebiet Großes Torfmoor - ein beliebtes Ziel für Spaziergänger, Fahrradfahrer und Sporttreibende - besitzt in der dichtbesiedelten Kulturlandschaft als Feucht- und Fluchtbiotop besonders hohen Stellenwert für bedrohte Pflanzen und Tiere. Der Referent stellt die Besonderheiten dieses Lebensraumes, seine hochspezialisierten Bewohner vor. Er erläutert den Wandel in der Nutzung des Moores vom Ödland zum Naturschutzgebiet und zeigt die Maßnahmen zum Schutz der seltenen Landschaftsform auf. Anmeldungen bis zum 22. Februar bei Annegret Blanke oder Sabine Tegeler, Tel. (0571) 4044-249 oder -267. Der Vortrag ist kostenlos. 

© Mindener Tageblatt vom 01.02.2010 www.mt-online.de

 
Broschüre über Naturschutzgebiete
Landschaftswacht informiert Besucher über richtiges Verhalten

Hille (mt). Es gibt eine neue Broschüre über die Naturschutzgebiete im Kreis Minden-Lübbecke. Damit diese Erholungsgebiete so erhalten bleiben, wie sie sind, engagiert sich die Landschaftswacht ehrenamtlich als Gremium der Unteren Landschaftsbehörde des Kreises Minden-Lübbecke. Auf der diesjährigen Herbsttagung stellte sie ihr neues Faltblatt vor. Die Broschüre hilft Besuchern der Naturschutzgebiete, sich richtig zu verhalten, um die Landschaft zu genießen und gleichzeitig zu schonen. Außerdem stellt die Landschaftswacht sich und ihre Aufgaben vor. Kreisverwaltung und Mitglieder der Landschaftswacht - Rainer Eschedor (Hille), Wolfgang Heper (Bad Oeynhausen), Martin Hillingmeier (Lübbecke) und Erwin Mattegiet (Bad Oeynhausen) - stellten den Inhalt zusammen und präsentierten ihn. Am stärksten ist die Landschaftswacht im Großen Torfmoor mit sechs Personen vertreten. Hier gibt es die meisten Besucher, denen neben Informationen zum Moor nun auch die Arbeit der Landschaftswacht nähergebracht wird. Auch in anderen Naturschutzgebieten in Bad Oeynhausen, Porta Westfalica, Lübbecke und Rahden hat die Landschaftswacht jetzt bei ihren Exkursionen und Kontrollgängen das neue Faltblatt im Gepäck. Erhältlich ist es darüber hinaus beim Bürgerservice des Kreises (Öffnungszeiten: Montag bis Donnerstag 8 bis 18 Uhr und Freitag 8 bis 14 Uhr). 

© Mindener Tageblatt vom 13.10.2009 www.mt-online.de

Führung durch Torfmoor - Naturrundgang mit Rainer Eschedor  -

Minden-Todtenhausen (mt/cpt). Die Biologische Station Minden-Lübbecke und der Kreis Minden-Lübbecke laden am Sonntag, 24. Mai, zu einem naturkundlichen Rundgang durch das Große Torfmoor ein. Die Exkursion unter der Leitung von Moorführer Rainer Eschedor behandelt sowohl die Tier- und Pflanzenwelt des Gebietes als auch dessen Entstehung. Ebenso wird es um vergangene menschliche Nutzungsformen gehen. Das Große Torfmoor beherbergt mit seinen erhaltenen und wiederhergestellten Hochmoor-Lebensräumen viele gefährdete Tier- und Pflanzenarten. Neben etlichen Vögeln finden auch viele Insekten wie Libellen, Schmetterlinge und Käfer, die auf das Hochmoor angewiesen sind, geeignete Lebensstätten. Das durch den Nabu-Kreisverband Minden-Lübbecke initiierte Life-Projekt hat entscheidende Regenerationsmaßnahmen zur Aufwertung und langfristigen Sicherung des Großen Torfmoores geliefert. Auch diese werden auf der Exkursion vorgestellt und es wird den Teilnehmern vermittelt, wieso zum Beispiel etliche Baum- und Gehölzbestände weichen mussten. Für die Teilnahme entsteht ein Kostenbeitrag von fünf Euro. Weitere Details zu den Veranstaltungen sind dem Veranstaltungsprogramm bei der Biologischen Station sowie an vielen öffentlichen Stellen oder im Internet unter www.biostation-ml.de zu entnehmen. Treffpunkt ist am Sonntag, um 9.30 Uhr auf dem Parkplatz am südlichen Beobachtungsturm am Moorweg in Nettelstedt. Um eine Anmeldung unter (0 57 04) 1 67 76 80 wird gebeten. Die Exkursionsdauer beträgt rund zweieinhalb Stunden.

© Mindener Tageblatt vom 20. Mai 2009

                                         Moortalk – Im Gespräch mit Rainer Eschedor  -    Auszug: © Hiller Anzeiger Ausgabe 22. April 2009

Rainer Eschedor aus Unterlübbe führt interessierte Leute ehrenamtlich durch das Moor und erzählt, was es dort alles Spannendes zu erleben gibt. Außerdem hat er eine Internetseite zum Thema Moor:

Guten Tag Herr Eschedor, wie sind sie überhaupt dazu gekommen Führungen durchs Moor zu machen?
Rainer Eschedor: Der Ursprung waren Radtouren, die meine Schwiegereltern als Bus-Rad-Reisen organisierten. Bei diesen geführten Radreisen geht es darum, Land und Leute kennen zulernen Mit Stammkunden bin ich damals von Minden über die Dörfer nach Hille geradelt, so auch ins Hiller Moor. 2004 war ich dann im Erziehungsurlaub und brauchte etwas Abwechselung. Das Moor hat mich einfach fasziniert. Als dann die Gemeinde Hille neue Moorführer suchte, fing ich 2005 damit an.
Wie haben sie sich über das Moor informiert?
Rainer Eschedor: Damals habe ich noch nicht viel über das Große Torfmoor gewusst. Das einzige, was ich hatte, war eine kleine, grüne Broschüre der Gemeindeverwaltung. Die habe ich durchgearbeitet und danach nächtelang vorm Computer gehockt, denn größtenteils habe ich mich über das Internet weitergebildet.
Sie haben ja auch eine Internetseite über das Moor, seit wann gibt es die schon, und was kann man dort entdecken?
Rainer Eschedor: Seit Januar letzten Jahres gibt es die Seite jetzt schon. In einem Nachteinsatz bis morgens um 4 Uhr habe ich die ersten Seiten erstellt. Nach und nach sind 20 Seiten zusammengekommen, die ich immer wieder weiter ausbaue und aktualisiere. Nun habe ich das Layout zum zweiten Mal verändert, das Design ist jetzt moderner. Die Homepage soll eine Art Bilderbuch von unserem schönen Naturschutzgebiet sein. Neben vielen Fotos enthält sie auch viele Informationen rund um das Moor.
Wie sind sie auf den Namen moortalk gekommen?
Rainer Eschedor: Das war eine deutsch englische Wortspielerei. Eigentlich suchte ich eine markante Bezeichnung für die geführten Wanderungen. Ich wollte die Menschen neugierig auf unser Moor machen. Mehr/more übers Moor reden/talken, also denglisch „moortalk“. Schon immer hatte ich gerne Kontakt mit Menschen und habe ihnen gerne Wissen vermittelt.
Was fasziniert sie so sehr am Moor?
Rainer Eschedor: Schon früher bin ich oft im Hochmoor gewesen. Allerdings bin ich immer nur blind da durchgelaufen. Wenn man einmal genauer hinsieht, kann man so viel entdecken. Es gibt viele seltene Tiere und Pflanzen, die man beobachten kann.
Was für Tiere haben sie denn entdeckt?
Rainer Eschedor: Rehe, Hasen, Füchse und vieles mehr. Letztens habe ich sogar 21 Wildschweine gesehen. Außerdem gibt es jede Menge Wasservögel, Enten und Gänse. Knapp 80 verschiedene Brutvogelarten, von denen die Hälfte vom Aussterben bedroht sind, sprich auf der Rote Liste stehen, kann man hier auch sehen. An Pflanzen ist jetzt im Frühling das Wollgras zu nennen.
Was gibt es an Insekten?
Rainer Eschedor: Im Sommer vor allem viele Libellen und Schmetterlinge.
Wann sind sie am liebsten im Moor unterwegs?
Rainer Eschedor: Die Morgenstimmung - der Sonnenaufgang und die aufsteigenden Nebelschwaden finde ich besonders schön. Auch die Ruhe genieße ich dann sehr.
Welche Jahreszeit finden sie besonders schön?
Rainer Eschedor: Das kann man gar nicht so genau sagen, jede Jahreszeit hat ihren besonderen Reiz. Im Winter ist natürlich der Schnee und Raureif toll. Im Frühjahr und Sommer sieht man dafür die hochmoortypischen Pflanzen.
Herr Eschedor, sie nennen sich im Internet „Knabe im Moor“, wie sind sie denn darauf gekommen?
Rainer Eschedor: Der Name beruht auf dem Gedicht von Annette von Droste-Hülshoff. Die Idee kam mir, weil ich mit einigen Jahren Abstand der jüngste Hiller Moorführer bin. Er drückt auch aus, dass man nicht alles so stur machen sollte, sondern mehr mit Witz.

Wie gestalten sie denn ihre Führungen?
Rainer Eschedor: Anhand praktischer Beispiele verdeutliche ich gerne das Geschehen im Moor. So zeige ich das saure Milieu des Moores mit dem Saft einer Zitrone. Wichtig ist das Erlebbar machen, damit insbesondere Kinder, aber auch Erwachsene einen besonderen Eindruck bekommen. Ich versuche zu vermitteln, welche besonderen Pflanzenarten existieren, welche Tiere hier leben und was früher mit dem Moor gemacht wurde, nämlich der Torfabbau.
Was machen sie, wenn sie mal nicht im Hiller Moor unterwegs sind?
Rainer Eschedor: Ich arbeite in Minden bei einer Krankenkasse, leite ab und zu Radreisen für meine Schwiegereltern und neuerdings mache ich auch Brennereiführungen. Außerdem habe ich ja noch meine zwei Jungs, und in andere Moore gehe ich auch schon öfter mal. Dabei kann ich aber immer wieder nur feststellen, dass unser Moor zwar noch kein lebendes Hochmoor, aber es auf einen sehr gute Weg ist. Da können wir mit unserem Gebiet sehr zufrieden sein.
Vielen Dank für das nette Gespräch und den kleinen Ausflug in unser wirklich schönes Moor.

Text und Interview: Nadine Schwan

"Lebensraum für Lungenenzian erhalten"                                                                                                                                                 Kreis wieder Träger des Naturschutzgebietes Großes Torfmoor / Vier Landschaftswächter haben Auge auf Gebiet                von Gisela Burmester/© Mindener Tageblatt vom 19. Juli 2008

Hille (mt). Der Kreis Minden-Lübbecke ist seit dem 1. Juni wieder für das Naturschutzgebiet Großes Torfmoor verantwortlich. Sechs Jahre lang kümmerte sich der Nabu-Kreisverband um das Gebiet. Michael Geissler (Kreis-Umweltamt) stellte kürzlich die zukünftige Strategie vor: "Wir planen keine größeren Arbeiten wie den Bau von Staudämmen oder die Abholzung von Birken, sondern wir wollen den Status quo erhalten." Die Aufgaben, die sechs Jahres lang im Life-Projekt unter der Regie des Nabu gebündelt waren, werden nun auf drei Schultern verteilt. Die Bezirksregierung kümmert sich um die Schafbeweidung und die Vernässung mittels Dämmen und Stauwehren.Und auch der Nabu, der weiterhin für den Moorschutzhof in Nettelstedt verantwortlich ist, soll nach Auskunft von Michael Geissler eingebunden werden und dem Kreis beratend und unterstützend zur Seite stehen.
Der Kreis selbst will sich einerseits auf die Effizienzkontrolle konzentrieren, die Erfolge bei Fauna und Flora dokumentieren. Außerdem soll auch vor Ort gearbeitet werden. "Wir wollen den Lebensraum von Lungenenzian, von dem wir zwei Standorte kennen, erhalten", verweist Michael Geissler auf ein kleines, eingezäuntes Areal nahe am nördlichen Aussichtssichtsturm. "Und den Kampf gegen artfremde Pflanzen wie Adlerfarn und spätblühende Traubenkirsche aufnehmen." Zudem soll der Vertragsnaturschutz gefördert werden; dabei geht es um Grünflächen in Privatbesitz, die extensiv bewirtschaftet werden.
Gehegt und gepflegt werden müssen auch Wege, Aussichtstürme, Bänke, Informationstafeln und Naturerlebnispfad, denn sie sind wichtig für die Besucherlenkung.

   Michael Geissler und vier Landschaftswächter im Großen Torfmoor (S. Grote, R. Eschedor, B. Sparwirth, H. Wassmann - von links)

Und hier kommen dann die vier Landschaftswächter ins Spiel: Siegfried Grote und Heinrich Wassmann - beide seit 25 Jahren dabei - sowie Rainer Eschedor und Björn Sparwirth, die das Ehrenamt in diesem Jahr übernahmen, sind vom Kreis-Umweltamt beauftragt, vor Ort ein Auge auf das Moor zu haben. "Probleme gibt es noch immer mit Spaziergängern, die die Wege verlassen und ins Moor vordringen, und nicht angeleinten Hunden", berichtet das Quartett. Beispielsweise seien die Ziehwege der Schafe für Besucher tabu, auch wenn sie unbeschrankt seien.

Die Landschaftswächter, die mit Dienstausweisen und Dienstabzeichen ausgestattet sind, sprechen die Spaziergänger auf ihr Fehlverhalten an und stoßen auch meist auf Verständnis. "Landschaftwächter sind aber keine Hilfspolizisten, sondern vermitteln zwischen Bevölkerung und Behörde", sagte Michael Geissler. Darum solle auch die Zusammenarbeit und der Erfahrungsaustausch zwischen den Helfern vor Ort und dem Kreis-Umweltamt verstärkt werden, um schnell auf Schwierigkeiten und neue Situationen reagieren zu können. Die Landschaftswacht des Kreises Minden-Lübbecke gibt es nach Auskunft von Michael Geissler seit 1983. - Informationen und Schadensbekämpfung - Zurzeit besteht sie aus 17 Personen, die in großen Naturschutzkomplexen wie dem Großen Torfmoor und der Bastauniederung sowie in Bezirken in Bad Oeynhausen, Porta Westfalica, Stemwede und Rahden eingesetzt sind.
Laut Landschaftsgesetz informiert die Landschaftwacht einerseits die Behörden über nachteilige Veränderungen in ihrem Bezirk und hilft andererseits dabei, Schäden vorzubeugen.

Heimat Tour - Halbtagesausflug ins Hiller Moor
Eine Wanderung durch das Hiller Moor ist ein eindrucksvolles Naturerlebnis. Während der Führung wird sowohl auf die Entstehung dieses einzigartigen Biotopes als auch auf die typischen "Moorbewohner" – Pflanzen und Tiere – eingegangen. Weiterhin werden frühere und heutige Nutzung des Torfes und Schutzmaßnahmen zur Erhaltung des Moores erläutert. Die Moorführung übernimmt unser „Knabe im Moor“ Rainer Eschedor. Termine: 11.06. + 20.08. Abf. 14.00/Ank.18.00 € 15,55 incl. Busfahrt ab/an Minden, Moorführung, Kaffee und Kuchen, Hiller Moorbrand  (Auszug aus dem K
elder-Reisen-Katalog "Reiseträume 2008")

Das Torfmoor ist wieder nass Renaturierung nach sechs Jahren abgeschlossen / Kostenpunkt: 1,8 Millionen Euro
VON ALEXANDRA BUCK  - © Neue Westfälische Lübbecke vom 23.04.08

 Einmaliges Naturerlebnis (FOTOS: TYLER LARKIN)
Lübbecke/Hille. In einem der wertvollsten Lebensräume Europas ist wieder Leben eingekehrt. Das Große Torfmoor mit seiner reichen Flora und Fauna hat eine sechs Jahre währende Renaturierung hinter sich.
Bis in die 60er Jahre hinein hatte der Mensch im Moor Torf abgebaut, das Gebiet damit entwässert und zahllose Tier- und Pflanzenarten ihres Lebensraumes beraubt. Seit Anfang der 70er Jahre begann das Land NRW, Moorflächen zu kaufen, um sie wieder zu verwässern.

2003 schließlich bewilligte die europäische Kommission die finanzielle Förderung einer grundlegenden Renaturierung des Moores. 1,8 Millionen Euro flossen in das Projekt, getragen je zur Hälfte vom Land NRW und der Europäischen Union.
Das Große Torfmoor, rund 550 Hektar groß und als wertvoller Lebensraum in Europa eingestuft, hat große Bedeutung für viele andere Feuchtgebiete in der Region und darüber hinaus. "Seltene Tierarten etwa können sich von hier aus weiter verbreiten", erklärt Wolfgang Sack vom Lübbecker Kreisverband des Naturschutzbundes Deutschland (NABU), der das LIFE-Naturprojekt federführend begleitet hat. Außerdem dient das Moor als Rastplatz für Zugvögel. 


  Zu Gast

Mit der Renaturierung hat der NABU aber nicht nur für Brachvogel, Kiebitz, Braunkehlchen, Torfmoos und Bekassine wieder einen ansprechenden Lebensraum geschaffen. Auch als Naherholungsgebiet gewinnt das Hochmoor nun an Bedeutung. Schon jetzt besuchen rund 100.000 Menschen jährlich das Feuchtgebiet. Im Zuge der Wiederverwässerung des Moores hat das Projektteam nun die Wanderwege her- und einen Naturerlebnispfad eingerichtet. Tafeln am Wegesrand informieren zu Flora und Fauna und zeigen die Wanderwege an.

 (Bild eingefügt aus Mindener Tageblatt vom 23.04.2008 - Foto: Gisela Buhrmester)

Damit auch der Spaßfaktor nicht zu kurz kommt, gibt es nun eine Matschkuhle im Moor, in die sich Mutige barfuß begeben können. "Immer wieder ein Highlight", sagt Moorführer Rainer Eschedor, der regelmäßig Wanderungen im Torfmoor begleitet. "Versunken ist zum Glück noch niemand, aber es kommt vor, dass wir einander mit vereinter Kraft rausziehen müssen."

Sechs Jahre lang währte die Renaturierung des Moores. In dieser Zeit wurden 22 Kilometer Torfdämme, 17 Überlaufstaus und ein regulierbarer Stau geschaffen, damit das Regenwasser - Lebensgrundlage für ein Hochmoor - nicht abfließt. Der Pegelstand ist seither gestiegen und wird regelmäßig überwacht. Für die selten gewordenen Feuchtgebietspflanzen und -tiere wurden zehn Laichgewässer geschaffen. 
 Die treibende Kraft: Susanne Belting 
Auf einer Fläche von 55 Hektar haben die Arbeiter des Baubetriebes des Kreises Birken abgeholzt, die dem Gebiet das wertvolle Nass entzogen haben. Damit die Bäume nicht nachwachsen, werden Schafe als umweltgerechte Rasenmäher eingesetzt.
Etliche Tier- und Pflanzenarten fühlen sich seither wieder heimisch im Moor. Seit 2007 beobachten Naturschützer gar ein Kranichpärchen im Torfmoor. "Wenn wir Glück haben, verzeichnen wir womöglich in Kürze das erste brütende Kranichpaar Nordrhein-Westfalens", sagt Wolfgang Sack. "Das wäre die Krönung."

26.01.2008 SV Kutenhausen-Todtenhausen 07 - Betreuerwanderung - Bilder/© von www.svkt07.de Begrüßung zur Moorwanderung

Moorwanderung über den Moor-Erlebnis-Pfad (2,5km)

Sportler wandern durchs Torfmoor © Mindener Tageblatt vom 30.01.2008 

Minden-Kutenhausen. (mt/soni). Rund fünfzig Betreuer des SV Kutenhausen-Todtenhausen haben sich am vergangenen Samstag an der Gaststätte "Zahs" in Kutenhausen getroffen, um von dort per Fahrgemeinschaften in das "Große Torfmoor" nach Hille zu fahren. Unter der sachkundigen Führung von Rainer Eschedor und Ernst Brinkmann begaben sich die Sportler auf den 2,5 Kilometer langen Moor-Erlebnis-Pfad. Nach der Wanderung ging es zum Grünkohlessen ...

03.11.2007 Haus und Grund Dankersen e.V.  - Internet
Herbstliche Idylle im Hiller Torfmoor - Wanderung mit Stippgrützen-Essen

Minden-Dankersen - Dass es eine attraktive Wanderung sein würde, konnte man an der Teilnehmerzahl ablesen. Von über dreihundert Mitgliedern waren es immerhin ca fünfzig, die mit Ihren Angehörigen an der Veranstaltung teilnahmen. Neunzehn Personen ließen die eineinhalbstündige Wanderung aus, und nahmen nur am Essen im Bauerncafé Hasenkamp teil.


Wanderung durch das Hiller Moor

Vorsitzender Günter Ostermeier schickte die Teilnehmer auf die halbstündige Tour nach Hille. Der Bus brachte die ca. sechzig Wanderwilligen bis zum Startplatz wo bereits zwei erfahrene Wanderführer, Rainer Eschedor und Wilfried Oevermann den Bus erwarteten. Nach kurzer Begrüssung schallte der Ruf: “Die Damen zu mir!” über den Platz und somit war bereits die Frage der Einteilung in zwei Gruppen gelöst .Während sich die Damen sofort auf den vorgesehenen kleinen 1km Moorspaziergang machten entschied sich die Herrengruppe schon bald für den längeren Moorerlebnispfad.

Die Wanderführer informierten die Besucher über die Entstehung und Lage des Großen Torfmoores. Geografisch sei das Moor zwischen dem Mittellandkanal im Norden, Nettelstedt im Süden, nach Westen an die 239 und im Osten an Hille angrenzend, zu finden. Es hat eine Fläche von 550 ha. und beherberge eine große Anzahl seltener, teils vom Aussterben bedrohter Tier- und Pflanzenarten. Das Große Torfmoor besitze eine europaweite Bedeutung für den Naturschutz. Deshalb sei es sowohl als FFH-Gebiet als auch als EU-Vogelschutzgebiet Bastauniederung anerkannt. Es solle dazu beitragen, das Europäische Naturerbe für künftige Generationen zu erhalten.
Ausgelöst durch einen Klimawechsel vor achttausend Jahren sei das Hochmoor durch verstärktes Wachstum der Torfmoose entstanden. Hochmoore seien sehr langsam wachsende Landschaften.

Aber auch über die Pflanzen- und Tierwelt wussten beide vieles zu berichten. So waren auch um diese Jahreszeit noch viele Wildgänse zu sehen. Leider sei die Moorschnuckenherde von ca. eintausend Tieren bereits ins Winterquartier gezogen. Sie fressen die kleinen Birken und schaffen offene Bereiche. An diesen Stellen könnten sich dann hochmoortypische Pflanzen ansiedeln.

In den 60er Jahren verstärkten im großen Torfmoor viele einzelne Bauernbäder den Abbau für den Kurbetrieb. Interessant waren die Ausführungen, dass die heimischen Moorbäder ihren Torf aus dem Hiller Moor bezögen. Auch Torf für den Hausbrand sei noch bis in die 60er Jahre mit dem alten herkömmlichen Werkzeugen gestochen worden.

Birke ist der Staatsfeind Nummer eins                                                                              Geführte Wanderung durch das Torfmoor/ Flora und Fauna unter sachkundiger Leitung erkunden                               von Stefanie Bollmeier

Hille (sbo). "Wer sich viel Wissen aneignet, geht mit offeneren Augen durch das Moor" erklärt Bärbel Battermann. Stark nachgefragt werden die geführten Wanderungen durch das Torfmoor Hille.

Die Petershägerin ist bereits zum zweiten Mal dabei. "Beim ersten Mal war es so interressant, dass ich gerne noch mehr wissen wollte", erzählt Bärbel Battermann und ergänzt: "Ich interessiere mich sehr für Naturschutz und hoffe mehr über Pflanzen und Tiere zu erfahren." Dafür, dass alle Teilnehmer auf ihre Kosten kommen, sorgen die Moorführer Heinz Friedel Fabry und Rainer Eschedor. Beide sind etwa fünf Mal im Jahr ehrenamtlich für die Gemeinde Hille im Einsatz. "Das mache ich, weil es mein Hobby ist", betont Rainer Eschedor. Einige Teilnehmer haben ihre Walkingstöcke mitgebracht, andere ihren Hund. "An festes Schuhwerk denkt eigentlich jeder", sagt Eschedor und bemerkt wohlwollend, dass jeder der interessierte Teilnehmer mit geländesicheren Schuhen erschienen ist.

Die Moorwanderer kommen aus Bad Oeynhausen, Hüllhorst, Bückeburg, Petershagen, Minden und Hille. Wilfried Kaiser ist im Auftrag des Aquarienvereins aus Dehme unterwegs. "Wir planen eine Wanderung ins Hiller Moor. Wir interessieren uns nicht nur für Zierfische, sondern auch für Wasservögel, Larven oder Libellen." Ulrike und Siegfried Nagel kommen zu jeder Jahreszeit in das Hiller Torfmoor. "Wir kennen die Gegend hier gut und wandern sehr gerne." Bei den geführten Wanderungen lerne man sehr viel. In der Tat haben die beiden ehrenamtlichen Führer ein umfangreiches Wissen. Über die Entstehung des Hochmoores mit seinen Pflanzen und Tieren, den Naturschutz mit dem laufenden Projekt Life Natura bis hin zur Geschichte des Torfstechens kommen alle Wissenshungrigen auf ihre Kosten.

Auch zwei Joggerdamen, die an der Gruppe vorbeilaufen, spitzen neugierig ihre Ohren. Während die Moorbesucher einer nach den anderen ihre Schirme aufspannen, freut sich Rainer Eschedor und rückt lediglich seinen Hut zurecht. "Regen bedeutet bestes Moorwetter", strahlt der Unterlübber. Lediglich ein Blick auf eine Birkenreihe verfinstert sich sein Gesicht. "Die Birke ist der Staatsfeind Nummer eins. Sie entzieht dem Torfkörper Wasser und beschattet die Pflanzenwelt." © Mindener Tageblatt vom 10. August 2007

Das Große Torfmoor in Hille: Führungen der Gemeinde sind immer sehr gefragt

Das Große Torfmoor in Hille - Foto: Zeitungstreff  

Von Christian Rommelmann und Jan-Philipp Beckmann Ratsgymnasium MInden, 8b

Hille (zt). Mit Beginn des Frühlings und Anstieg der Temperaturen werden die Führungen im Hiller Torfmoor wieder stärker genutzt. Sie finden auf Nachfrage für Gruppen oder Einzelpersonen statt.

Die Führungen der Gemeinde Hille im Großen Torfmoor, das 1980 zum Naturschutzgebiet erklärt wurde, werden in den kommenden Wochen wieder stärker genutzt. Das größere Interesse der Besucher im Frühling hat damit zu tun, dass die Vegetation im Moor wieder anfängt zu wachsen, das bedeutet, dass Pflanzen, wie das Wollgras auf großen Wiesen wieder wachsen. Viele Vögel kommen nun auch wieder aus ihren Winterquartieren zurück.

Fachkundige Führer, wie Rainer Eschedor, zeigen dies und noch viel mehr auf den Führungen die zirka 2,5 Kilometer lang sind.  Rainer Eschedor beantwortete einige Fragen:
Seit wann führen sie Gruppen durch das Hiller Moor?
Seit Februar 2005.
Wieso machen sie die Führungen?
Ich zog vor einigen Jahren hier nach Unterlübbe und interessierte mich für die Natur vor „meiner Haustür“. Die Gemeinde Hille suchte einige Moorführer und dann bin ich zufällig darauf gekommen.
Was zeigen sie hauptsächlich auf den Führungen?
Wir zeigen die typischen Moorpflanzen wie Torfmoose, Wollgras und Sonnentau, aber auch die hier lebenden Tiere wie große Brachvögel, Bekassinen, Enten, Kiebitze, Gänse. Von den 73 Vogelarten, die im Hiller Moor brüten, sind 40 vom Aussterben bedroht. Außerdem erklären wir den Besuchern die Entstehung des Moores und die nötigen Pflegearbeiten zu seinem Erhalt.
Veranstalten sie auch im Winter Führungen?
Ja. Das Naturschutzgebiet hat zu jeder Jahreszeit seinen Reiz und wir führen auf Wunsch auch im Winter Moorführungen durch.
Was ist besonders an einen Hochmoor oder Regenmoor?
Wasserundurchlässige Tonschichten im Untergrund trennen das Moor vom Grundwasser. Somit können keine Nährstoffe mit dem Grundwasser nach oben gelangen und somit können die Pflanzen ihre Nährstoffe nur aus dem Regenwasser entziehen. Wie in einer riesigen Badewanne staut sich Niederschlagswasser im Moor und erzeugt dadurch einen sehr nährstoff- und sauerstoffarmen Lebensraum. Der pHWert im Moor iegt zwischen 3 und 4, das entspricht ungefähr einer Zitrone. Dadurch, dass der Boden sehr sauerstoffarm und nass ist, können die Pflanzen schlecht verrotten, dadurch entsteht Torf. Dies führt dazu, dass der Moorboden jährlich, bei einem intakten Moor, um ca. 1 mm wächst. Auf diese Weise entstand ein 550 Hektar großes Gebiet, das zu den größten Hochmooren in Europa zählt. Bis 1971 wurde dort Torf als Brennstoff gestochen. Heute wird der Moorboden als Heilmittel für Moorpackungen genutzt.
Weitere Informationen erhält man bei der Gemeinde Hille oder bei Rainer Eschedor, Süllbreedenkamp 17, 32479 Hille, Telefon: (05703) 5536, Handy: (0160) 95252559. © Mindener Tageblatt vom 21. März 2007 (Auszug)

Bulk sieht Attraktion  - Experten erkunden das Große Torfmoor / Wasserstand halten

Lübbecke-Nettelstedt. Stille liegt über der Landschaft. Ab und an wird sie von Vogelstimmen unterbrochen. Und von den Stimmen einer Besuchergruppe, die auf den Pfaden und Bohlenwegen unterwegs ist -und dabei vor allem eines vor Augen hat: die Natur. Aus Sicht von Ernst-Günter Bulk vom Naturschutzbund (Nabu) ist es nicht nur ein Refugium für die Tier- und Pflanzenwelt, sondern auch eine Attraktion für die ganze Stadt Lübbecke. Es – das ist das Große Torfmoor und das ist mit seinen rund 500 Hektar Fläche das größte Hochmoorgebiet in Nordrhein-Westfalen.

Mit der Regeneration auch des Großen Torfmoores haben sich am Donnerstag und am gestrigen Freitag Fachleute aus dem     In- und Ausland während einer Tagung in Lübbecke befasst (die NW berichtete). Gestern stellten Bulk, Susanne Belting als Projektleiterin des Life-Projektes Regeneration des Torfmoores, und der Hiller Moorführer Rainer Eschedor den Experten das Moor und die Maßnahmen zur Wiedervernässung vor.

Der weitaus größte Teil der 420 zu vernässenden Hektar sei bereits abgearbeitet, sagte Belting. Die Tagung bezeichnet sie als einen großen Erfolg; an beiden Tagen seien viele Erfahrungen in Sachen Moor-Vernässung in Deutschland, Belgien und den Niederlanden ausgetauscht worden. Das Interesse am Großen Torfmoor sei groß, sind sich Bulk, Belting und Eschedor einig. Der Moor-Erlebnispfad werde sehr gut angenommen, hat Eschedor beobachtet. Man müsse junge Menschen für das Moor begeistern, betont Bulk. “Sie sind es, die das Projekt einmal weiterführen müssen.”

Entscheidend für die erfolgreiche Wiedervernässung des Moores sei, den Wasserstand zu halten, sagte Bulk. Im Winter werde das Wasser grundsätzlich angestaut, im Sommer nehme der Torf die Feuchtigkeit auf und in der Folge siedelten sich Pflanzen an. Während der vergangenen Jahre hat sich das Moor nach Einschätzung Bulks zu einer Heimat für eine Vielzahl von Tier- und Pflanzenarten entwickelt. Viele dieser Arten stünden auf der “roten Liste” der vom Aussterben bedrohten Spezies. Das gelte beispielsweise für die Hälfte der im Moor heimischen rund 80 Vogelarten wie etwa den Wiesenpieper und die Schafstelze.

Probleme bereitet derzeit das Schwarzwild. Das übe Druck auf die Brutvögel aus, so Bulk. Der Nabu-Experte hält deshalb eine Jagd einmal im Jahr auch im Moor für sinnvoll. 

Text: Joern Spreen-Ledebur © Neue Westfälische Lübbecke vom 30. September 2006