Gefahren
1. die Hauptgefahr für diesen sensiblen Lebensraum ist der Mensch!
Die Moore wurden in den letzten Jahrhunderten entwässert und abgetorft, danach in Acker- und Weideland umgewandelt. Die ØRestflächen verbuschten mit Bäumen und Sträuchern.

Entwässerung durch Flöthe und Bastau Abtorfung durch Torfstich und später Bademoorentnahme
Moorumbruch zu Weide- und Ackerland Verbuschung
Die Menschen besiedelten die Flächen, ØNähr- und Schadstoff wurden eingetragen und ØPestizide aus der Landwirtschaft belasteten die Natur. Alles führte dazu, dass die Moore vernichtet wurden.
Obwohl das Große Torfmoor nicht mehr entwässert und weitgehend nicht mehr abgetorft wird, wächst unserer Hochmoor noch nicht wieder.
Bei unseren Nachbarn in Niedersachsen gibt es seit 1981 mehrere Moorschutzprogramme, trotzdem werden immer neue Flächen für den Torfabbau freigegeben - so aktuell auch im Campemoor westlich vom Dümmer See und im ostfriesischen Wiesmoor. Hier kämpfen Be- und Anwohner gegen die weitere Zerstörung von ca. 117 ha Moorlandschaft und gegen die Stadtpolitiker von CDU und SPD.
Denn Moore besitzen wichtige ökologische Funktionen:
1.als Wasserspeicher regulieren sie den Wasserhaushalt, indem sie nach starken Regenfällen große Wassermengen speichern und damit für einen regulierten Abfluss sorgen 2.als Klimaschützer binden wachsende Moore Kohlendioxid im Torf und wirken somit dem Treibhauseffekt entgegen (Hinweis: die Kohlenstoffbindung durch das Moor kann das 20igfache eines Waldes gleicher Größe betragen, solange es feucht gehalten wird) 3.und nicht zuletzt als Lebensraum und Rückzugsbereich für seltene und hoch spezialisierte Pflanzen und Tier
2. Zukunftsgefahr: der Klimawandel !!!
Schon bald Ebbe im Großen Torfmoor???
Im Sommer 2009 war der Wasserstand trotz Wiedervernässungsmaßnahmen sehr niedrig. Es ist besorgniserregend, wie wenig Wasser nur noch im Moor gespeichert wurde. Vor den dramatischen Folgen des Klimawandels warnt seit September 2009 das Potsdam Institut für Klimafolgenforschung (PIK) mit neuen Daten und Analysen. Die Experten haben die Fakten der vergangenen Jahre gesammelt und möglichen Auswirkungen auch für unser Schutzgebiet errechnet.
Die Folgen wären katastrophal für unsere einzigartige Pflanzen und Tierwelt. Doch machen Sie sich selbst ein Bild: www.pik-potsdam.de/infothek/klimawandel-und-schutzgebiete oder unsere Moorwerte unter www.pik-potsdam.de/~wrobel/sg-klima-3/landk/popups/l3/sgd_t3_822.html
Weltweite Zerstörung der Moore beschleunigt Erderwärmung dramatisch.
Der NABU versuchte mit seiner Aktion "Give me Moor" vor dem Bundeskanzleramt unsere Kanzlerin Angela Merkel und die anderen teilnehmenden Staats- und Regierungschefs des Weltklimagipfels in Kopenhagen im Dezember 2009 auf die Folgen des Klimawandels für die Moore hinweisen. Dabei forderte der NABU eine stärkere Rolle des bislang völlig vernachlässigten Moorschutzes im Kampf gegen den Klimawandel.
Moore sind für den Klimaschutz unverzichtbar:
- sie bedecken zwar nur drei Prozent der Landfläche unserer Erde - in ihnen lagert aber doppelt so viel Kohlenstoff wie in allen Wäldern weltweit zusammen;
- wenn wir die noch existierenden Moore weiterhin für die Land- und Forstwirtschaft und den Torfabbau entwässern, setzen wir riesige Mengen an Treibhausgasen frei;
- bereits heute verursache die Zerstörung von Mooren jedes Jahr bis zu zehn Prozent des weltweiten Ausstoßes von Kohlendoxid, besonders verheerend sind dabei die riesigen Moorbrände in Südostasien.
Die Situation der Moore ist auch in Deutschland dramatisch. Moorlandschaften erstrecken sich auf insgesamt 1,5 Millionen Hektar, von denen bereits 95 Prozent weitgehend zerstört sind. Vor diesem Hintergrund forderte der NABU von Bund und Ländern ein Moor-Rettungsprogramm.