Moorschutz - Landschaftsschutz - Naturschutz
Anfang der 70er Jahre begannen die Bemühungen zum Schutz des seltenen Hochmoores. Dem Landschaftplan von 1974 folgte die Unterschutzstellung im Dezember 1980 als Naturschutzgebiet. Heute gehört es zum Europäischen Schutzgebietssystems NATURA 2000.
Für den Naturschutz ist das Große Torfmoor von herausragender Bedeutung und durch folgende nationale und internationale Schutzkategorien dokumentiert:
- Feuchtgebiet pSCi nach FFH-Richtlinie - 609 Hektar (ha)
- besonderes Schutzgebiet gemäß der EU-Vogelschutzrichtlinie - 2.496 ha
- Naturschutzgebiet - 553 ha
Damit ist das Große Torfmoor eines der wichtigsten Moore in Europa!
Von Juli 2003 bis Mai 2008 lief das Life-Natur-Projekt zur "Regeneration des Großen Torfmoores" mit finanzieller Unterstützung der Europäischen Union und des Landes Nordrhein-Westfalen.
In dieser Zeit wurden 22 Kilometer Torfdämme, 17 Überlaufstaus und ein regulierbarer Stau geschaffen, damit das Regenwasser - Lebensgrundlage für ein Hochmoor - nicht abfließt. Der Pegelstand ist seither gestiegen und wird regelmäßig überwacht. Für die selten gewordenen Feuchtgebietspflanzen und -tiere wurden zehn Laichgewässer geschaffen. Auf einer Fläche von 55 Hektar haben die Arbeiter des Baubetriebes des Kreises Birken abgeholzt, die dem Gebiet das wertvolle Nass entzogen haben. Damit die Bäume nicht nachwachsen, werden Schafe als umweltgerechte Rasenmäher eingesetzt.
Machen Sie sich einen Überblick von den Maßnahmen zur Regeneration des Hochmoores: Wiedervernässung, Entbirkung und Landschaftspflege durch Moorschnucken-Beweidung.
Wiedervernässung – ein Lebensraum gewinnt
Es klingt merkwürdig: sterbende Birken sind im Hochmoor ein gutes Zeichen!
Erst durch die Entwässerung konnten die Birkensamen keimen, entstehende Birkenwälder raubten dem Moor dann noch mehr Wasser - ein Teufelskreislauf auf Kosten der typischen Moorbewohner wie Torfmoose und Sonnentau. Durch die Wiedervernässung werden die Birken wieder an den Rand gedrängt und hochmoortypische Pflanzen und Tiere können sich wieder entwickeln. vernässte Fläche durch neue Torfdämme
Entbirkung
Forstfräse - 22. Dezember 2007
Schafbeweidung - 9. Mai 2008
Bagger mit Forstfräse - 17. Februar 2008
Schlegelmäher
1., 2. und 6. Foto von Belting Umweltplanung www.belting-umweltplanung.de Vielen Dank!

wiedervernässte Bereiche im ehemaligen "Nettelstedter Moor" im Mai 2008
Luftaufnahme vom 17. Juni 2011 - Südrand - Nettelstedter Moor