Hochmoorpflanzen - die wahren Überlebenskünstler
Bewundern Sie die einzigartige hochspezialisierte Pflanzenwelt:
Torfmoose
Die Architekten der Hochmoore - die •unscheinbaren, wurzellosen Pflänzchen leben rein vom Regenwasser, dass sie wie ein Schwamm aufsaugen. Sie •besitzen keine Wurzeln, die Torfmoosstämmchen wachsen am oberen Ende in die Höhe und am unteren Ende sterben sie u. a. durch Luftabschluss ab und vertorfen.
schmalblättriges Wollgras scheidiges Wollgras
Die Wollgräser sind die bekanntesten Pflanzen des Moores und prägen mit ihren weißen Fruchtständen im Frühjahr die Landschaft. Das scheidige Wollgras wächst auf den trocknen Bulten und hat einen Wattebausch pro Stengel. In den feuchten Schlenken breitet sich das schmalblättrige Wollgras durch Ausläufer aus. An ihren Stengeln gedeihen zwischen vier bis zehn Ähren.
weißes Schnabelried
Das Sauergräser gedeiht auf nassen, oft zeitweise überfluteten, nährstoffarmen, sauren und meist mehr oder weniger nackten Torfböden. Die Pflanze treibt kurze Ausläufer und ist in ihrer Existenz stark gefährdet.
Glockenheide
Die Blüten sind fleischrot und 5 - 15 bilden endständige doldige Köpfchen. Nur mit langem Rüssel können Insekten an den Nektar gelangen.
Rosmarinheide
Die gefährdete heimische Pflanze liebt Hochmoore (Torfmoosrasen) mit nassen, moorigen und sauren Torfböden. Sie kommt nur in intakten Hochmooren vor; mit dem Rückgang der Moore ist auch die Rosmarinheide selten geworden.
Moosbeere
Ihre Stengel werden bis zu 80 cm lang und kriechen über nassen, sauren Boden zwischen Torfmoospolstern und Wollgräsern umher. Sie „webt“ ein netzartiges Geflecht. Dieser "Teppich" verhindert ein Einsinken im weichen Moos.
Das Leben im Moor ist kein Zuckerlecken, daher macht Not erfinderisch! Sonnentau und Wasserschlauch zählen zu den Karnivoren (fleisch- oder besser instektenfressende Pflanzen) und besorgen sich mit speziellen Fangtechniken (Leimrutenprinzip bzw. Fangblase) ihre tierische Zusatznahrung.
Sonnentau
Beschreibung der Pflanze aus dem Kräuterbüchlein von Dietrichs von 1737: "Die Pflanze ist Sonnentau genannt, sintemalen (weil) das Kräutlein auch bei dem Sonnenschein und zu jederzeit mit schönen, hellen Wassertröpflein gefunden wird, als wenn es darauf getauet hätte".
Wasserschlauch
Man sieht es der gelb blühenden Blume nicht an, dass sie ganz gierig auf Kleinkrebse und andere Kleintiere ist. Der Wasserschlauch hat dazu eine besondere Methode entwickelt. An den Blättern befinden sich blasenartige, 1,5 mm lange Insektenfallen (Schläuche) mit Berührungsborsten. Mit diesen fängt die Pflanze Kleintiere aus dem Wasser. Meist sind dies Wasserflöhe.
Lungenenzian
Mit dem Schicksal des früheren Heilmittels gegen Lungenkrankheiten ist das des Lungenenzian-Ameisenbläulings (Schmetterling) verknüpft. Seine Raupen ernähren sich von dem Lungenenzian. Die alte Heilpflanze enthält im Kraut und in der Wurzel Bitterstoffe und wurde früher gegen Lungenkrankheiten eingesetzt.
Sumpfcalla
ist eine der schönsten Hochmoorpflanzen. Das Aronstabgewächs ist sehr selten und stark gefährdet. Die herzförmigen, lederartigen, sattgrün-fettglänzenden Blätter verleihen ihr im Volksmund den Namen "Schweinsohr". Das Hüllblatt ist innen weiß, der Blütekolben ist ca. 2 cm lang und eiförmig rundlich. Die giftigen Beeren sind erst grün, dann orange und später korallenrot.
Moorkolben
zählen zu den Rohrkolbengewächsen. Die 1,5 bis 2 m hohe Staude hat einen Blütenkolben, der oben dünn und männlich, unten dick, schwarzbraun und weiblich ist. Die regionale Bedeutung des Großen Torfmoores stellen drei Moorkolben neben einem Windmühlenflügel im Amtswappen der Gemeinde Hille sowie ein oder mehrere Kolben in den Ortswappen von Hille, Hartum, Südhemmern und Isenstedt dar.
Sumpfschwertlilie
Der Name stammt von den säbelförmigen Blättern. Ihre attraktive Blüte ist reingelb bis intensiv goldgelb. Sie kommt auf sumpfigen Böden oder an langsam fließenden Gewässern vor und kennzeichnet typisch den Moorrand.